Mindful High Care Nurse: Warum eigentlich Frau Bürkle?

Es ist ja nun so. Ich bin Intensivfachkrankenschwester (ja, meine Berufsbezeichnung war noch die gute alte und glücklicherweise ausgediente Schwester) mit viel Faszination und Liebe für den Beruf. Allerdings auch oft mit der gleichen Portion Entsetzen und Enttäuschung. Das klingt polarisierend, ist es auch. Unser Beruf birgt ja auch extrem herausfordernde Stunden und Tage. Aber davon schreibe ich vielleicht an anderer Stelle. Prophylaxerei, Retterei, Pflegerei, Therapiererei, Streiterei, Liebelei, Kompetenzrangelei, allerlei für den alten und eingestaubten, caritativen Lohn, nämlich die eigene Leistung als Dienst am Menschen im christlichen Sinne zu verstehen? Total daneben im Heute. So eingestaubt wie Oma’s alter Pelz im Keller. Und wo fängt das Drama an? Genau. Im automatisierten, vermeintlichen Kompetenzgefälle wenn einer zu mir Schwester Katrin sagt und ich ihn Herr Müller nenne. Das geht weder zwischen zwei Berufsgruppen, noch zwischen Pflegefachperson und Patient. Und ganz und vor allem nicht einseitig. Ich wünsche mir die nötige Distanz und den Respekt vor mir und meinem Berufsstamm. Abgekoppelt von alten Riten. Adaptiert an unsere Professionalität nach langjähriger Aus- und Weiterbildung. In diesem Sinne: „Guten Morgen Herr Müller. Bürkle mein Name, ich bin heute für sie da.“ …und sollten wir uns in meiner Werkstatt begegnen, können wir uns von Herzen duzen und gegenseitig beim Vornamen nennen, wenn wir mögen.

Eine Antwort zu „Mindful High Care Nurse: Warum eigentlich Frau Bürkle?”.

  1. Avatar von Katrin Bürkle

    Ich freue mich auf jeden Fall über Kommentare, Diskussion und andere Ansichten.

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